Asphalt – Fassung für kleines Orchester
von Karl-Ernst Sasse / Burkhard Götze (Bearb.)
Leihmaterial
Musik zum Stummfilm Asphalt (1929) von Joe May
Besetzung: 1(*Picc).1.1+Altsax(*Tenorsax).1. – 1.1.1.0. – Pk., Schlagz., Klv., Str.
Dauer: ca. 93 Min.
Filmrechte: Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
ASPHALT erzählt die Tragödie des jungen Wachtmeisters Holk, der eine verführerisch schöne junge Frau beim Juwelendiebstahl erwischt, sich in sie verliebt und schließlich unter Mordverdacht gerät. Von seinem eigenen Vater verhaftet, wird er schließlich doch gerettet.
„ASPHALT war eine Spitzenproduktion der UFA, die mit enormem Aufwand in den damals modernsten Babelsberger Ateliers gedreht wurde. In der größten Studiokulisse Europas ließ der Regisseur Joe May hierfür eine luxuriöse Einkaufsstraße nachbauen, welche auf einer Länge von 400 Metern das mondäne Berlin der 1920er-Jahre in Szene setzt. Die Kamera- und Lichtführung belegt eindrucksvoll einen der Höhepunkte der deutschen Stummfilmproduktion. Ausgeklügelte Kamerafahrten verknüpfen Innen und Außen.“ (DIF Verleihkatalog)
Der Komponist und Dirigent Karl-Ernst Sasse, 1923 in Bremen geboren, gilt als einer der bedeutendsten und meistbeschäftigten Filmkomponisten der DDR. 1959 wurde er Leiter des DEFA-Sinfonieorchesters und begann, Filmmusik für Kino und Fernsehfilme zu schreiben, deren Zahl auf ca. 500 anwuchs. Neben bekannten Indianerfilmen wie SPUR DES FALKEN oder ULZANA war Sasse in allen Filmgenres zu Hause und erlangte große Bekanntheit. Seit den 1970er-Jahren wandte er sich auch der Stummfilmkomposition zu und schuf Werke zu Klassikern wie DIE AUSTERNPRINZESSIN, DER GOLEM, WIE ER IN DIE WELT KAM oder VON MORGENS BIS MITTERNACHT. 2006 verstarb er in Potsdam-Babelsberg.
Karl-Ernst Sasses Musik zu Joe Mays Stummfilm ASPHALT (1929) entstand im Jahr 1994 im Rahmen der Restaurierung des Films durch Martin Körber für die Deutsche Kinemathek. Es wurde für die Fernsehausstrahlung von der heute nicht mehr existierenden Brandenburgischen Philharmonie Potsdam im Auftrag von Deutschlandradio Kultur eingespielt. Sasse arbeitet hier, ganz traditionell, mit der Leitmotivtechnik und nähert sich stilistisch stark der Musik Berlins in den 1920er-Jahren an. Auch das Zitat ist ein wesentliches Element von Sasses Filmmusik. So verwendet er beispielsweise als Motiv für die Verführungskunst der „Diamanten-Else“ ein Zitat aus Bizets Oper CARMEN. Die handgeschriebene Partitur und das Aufführungsmaterial gelangten nach Sasses Tod in das Archiv eines Musikverlags und wurden Opfer einer Überschwemmung. Glücklicherweise befand sich noch eine Fotokopie der Partitur im Filmmuseum Potsdam. Nun erscheint Sasses Orchestermusik zu ASPHALT erstmals als Notenausgabe für Live-Aufführungen, herausgegeben von Burkhard Götze.
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